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	<title>Mitteilungen Archive - Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</title>
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	<title>Mitteilungen Archive - Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</title>
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		<title>5. Staffel der AIV- Serie „Berliner Städtebaugespräche“ jetzt auf YouTube</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/berliner-stadtebaugesprache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[fburns]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Sep 2026 19:06:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Reihe „Berliner Städtebaugespräche“ des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg (AIV) kommen bedeutende Protagonisten der Architektur und des Städtebaus sowie der Stadtentwicklung zu Wort – nachdenklich, ideenreich und stets klug. In der 5. Staffel die Architekten&#160;Inken Baller, Christoph Sattler und Sergej Tchoban&#160;sowie der Architekturhistoriker&#160;Wolfgang Schäche&#160;und der früherer Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz&#160;Volker Hassemer. &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/berliner-stadtebaugesprache/">Weiter</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/berliner-stadtebaugesprache/">5. Staffel der AIV- Serie „Berliner Städtebaugespräche“ jetzt auf YouTube</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In der Reihe „Berliner Städtebaugespräche“ des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg (AIV) kommen bedeutende Protagonisten der Architektur und des Städtebaus sowie der Stadtentwicklung zu Wort – nachdenklich, ideenreich und stets klug. In der 5. Staffel die Architekten&nbsp;<strong>Inken Baller, Christoph Sattler und Sergej Tchoban</strong>&nbsp;sowie der Architekturhistoriker&nbsp;<strong>Wolfgang Schäche</strong>&nbsp;und der früherer Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz&nbsp;<strong>Volker Hassemer</strong>. Die Gespräche mit&nbsp;<strong>Rudolf Spindler</strong>&nbsp;vom Wasmuth Verlag zeugen von unterschiedlichen Positionen und Visionen darüber, wie Berlin mit seinen Bauten und Quartieren gestaltet wurde und in Zukunft entwickelt werden soll. Die Reihe thematisiert überdies die Schnittpunkte zwischen städtebaulicher Gestaltung und Zukunftsfragen wie Mobilität, Wohnungsmarkt und Klimawandel.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Müller</strong>, AIV-Vorstandsvorsitzender: „Unsere Interview-Reihe ist aus unserem Ausstellungsprojekt ,Unvollendete Metropole‘ (2020 bis 2022) hervorgegangen und hat sich mittlerweile zu einem unverwechselbaren Format entwickelt, in dem sich Persönlichkeiten, die etwas Eigenes zu sagen haben, über die Geschichte und die Zukunft von Berlin und Brandenburg äußern. Die neue Kooperation mit der Redaktionswebsite ,Entwicklungsstadt‘ verleiht den Gesprächen jetzt eine noch höhere Reichweite.“Die Videos sind im <a href="https://www.youtube.com/playlist?list=PLZaX4Yo9hBmbK09iL_Nk58uLM7eEThCXK">YouTube-Kanal des AIV</a> ebenso zu sehen wie auf  <a href="http://www.entwicklungsstadt.de/">www.entwicklungsstadt.de</a></p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/berliner-stadtebaugesprache/">5. Staffel der AIV- Serie „Berliner Städtebaugespräche“ jetzt auf YouTube</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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		<title>Harald Bodenschatz zum 80. Geburtstag</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/bodenschatz80/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[fburns]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 09:39:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir gratulieren herzlich und möchten den Anlass nutzen, auf das Berliner Städtebaugespräch mit ihm hinzuweisen, das Rudolf Spindler im Rahmen unseres Projektes &#8220;Unvollendete Metropole&#8221;geführt hat. Zum runden Geburtstag ist die Festschrift Städtebau in Gesellschaft beim Lukas Verlag erschienen. Sie wurde von Tobias Nöfer und Max Welch Guerra herausgegeben, bietet auf 157 Seiten insgesamt 46 Beiträge und kostet 25 Euro. Städtebau in Gesellschaft: &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/bodenschatz80/">Weiter</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/bodenschatz80/">Harald Bodenschatz zum 80. Geburtstag</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wir gratulieren herzlich und möchten den Anlass nutzen, auf das Berliner Städtebaugespräch mit ihm hinzuweisen, </p>



<p class="wp-block-paragraph">das Rudolf Spindler im Rahmen unseres Projektes &#8220;Unvollendete Metropole&#8221;geführt hat.</p>


<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/bodenschatz80/"><img decoding="async" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FYZcKCN7EbYA%2Fmaxresdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br />Mit dem Laden des (Klicken auf das) YouTube Video akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.<br /><figcaption></figcaption></figure>


<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum runden Geburtstag ist die Festschrift <em>Städtebau in Gesellschaft</em> beim <a href="https://www.lukasverlag.com/programm/titel/staedtebau-in-gesellschaft.html" target="_blank" rel="noopener">Lukas Verlag</a> erschienen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie wurde von <strong>Tobias Nöfer </strong>und <strong>Max Welch Guerra </strong>herausgegeben, bietet auf 157 Seiten insgesamt 46 Beiträge und kostet 25 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.amazon.de/St%C3%A4dtebau-Gesellschaft-Festschrift-Bodenschatz-Geburtstag/dp/3867325138">Städtebau in Gesellschaft: Eine Festschrift für Harald Bodenschatz zum 80. Geburtstag</a></p>



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<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/bodenschatz80/">Harald Bodenschatz zum 80. Geburtstag</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Transformation Friedrichstraße: ein zukunftsweisendes Konzept zur Revitalisierung der Berliner Traditionsstraße</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/transformation-friedrichstrasse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[fburns]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2025 13:22:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=12605</guid>

					<description><![CDATA[<p>Tobias Nöfer&#160;war Initiator und Leiter der Ausstellung „immer modern! Berlin und seine Straßen“, die der AIV letzten Herbst mit großer Resonanz Unter den Linden gezeigt hat und dessen Schirmherr der Regierende Bürgermeister Kai Wegner war. Er hatte als Vorsitzender des AIV zu Berlin-Brandenburg zehn Berliner Architekturbüros eingeladen, visionäre Planungen für unwirtliche Berliner Straßenräume zu präsentieren &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/transformation-friedrichstrasse/">Weiter</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/transformation-friedrichstrasse/">Transformation Friedrichstraße: ein zukunftsweisendes Konzept zur Revitalisierung der Berliner Traditionsstraße</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Tobias Nöfer&nbsp;war Initiator und Leiter der Ausstellung „immer modern! Berlin und seine Straßen“, die der AIV letzten Herbst mit großer Resonanz Unter den Linden gezeigt hat und dessen Schirmherr der Regierende Bürgermeister Kai Wegner war. Er hatte als Vorsitzender des AIV zu Berlin-Brandenburg zehn Berliner Architekturbüros eingeladen, visionäre Planungen für unwirtliche Berliner Straßenräume zu präsentieren (<a href="http://www.immermodern.de/">http://www.immermodern.de</a>). Nun macht er einen eigenen und sehr realistischen Vorschlag für die notleidende Friedrichstraße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Berliner Friedrichstraße ist eine bedeutende Nord-Süd-Achse, die sich durch die Bezirke Mitte und Kreuzberg zieht. Sie wurde in den letzten Jahren ein Symbol für den Wunsch, die Straßen dieser Stadt als Lebensraum im öffentlichen Raum und für alle Bürger neu zu definieren – aber auch das politische Hin und Her in der Verkehrspolitik.<br><br>Ab 2020 wurde ein Abschnitt als autofreie Zone getestet, was für einige Monate Bestand hatte, dann aber vom Verwaltungsgericht beanstandet wurde. 2022 durften Autos wieder fahren, Anfang 2023 wurde die Straße erneut gesperrt, nur um im Juli 2023 vom neuen Senat wieder für den Autoverkehr geöffnet zu werden. Seitdem ist die Friedrichstraße befahrbar, die Debatte über eine dauerhafte Flanierzone aber längst nicht beendet. Denn angesichts des verödeten, heruntergekommenen und immer weniger attraktiven Zustandes der berühmten Straße muss etwas passieren. In vielen europäischen Städten ist ein Umdenken für den öffentlichen Raum durch veränderte Verkehrskonzepte sichtbar und in der Umsetzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Friedrichstraße wieder attraktiv zu gestalten stellt Tobias Nöfer ein umsetzbares Konzept vor, das der urbanen Realität des 21. Jahrhunderts ebenso Rechnung trägt wie der Geschichte dieses bedeutenden Stadtraums. Ziel ist es, die Friedrichstraße mit dem klassischen Repertoire der Berliner Straße gestalterisch aufzuwerten und funktional zu verbessern, damit sie wieder schöner, sicherer und interessanter für Passanten und Geschäftstreibende wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Konzept wurde am 17.11.25 im Roten Rathaus bei einem Pressegespräch des Regierenden Bürgermeisters&nbsp;<strong>Kai Wegner&nbsp;</strong>vorgestellt. Dabei waren zudem die Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt,&nbsp;<strong>Ute Bonde</strong>, der Geschäftsführer des Handesverbandes Berlin-Brandenburg,&nbsp;<strong>Nils Busch-Petersen</strong>&nbsp;sowie&nbsp;<strong>Anja Schröder</strong>&nbsp;vom Aktionsbündnis „Rettet die Friedrichstraße“.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wegner</strong>: „Die Friedrichstraße ist weit mehr als eine Straße – sie ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen in Berlin, aber auch ein Symbol für die Attraktivität und Wettbewerbsfährigkeit unserer Stadt. Wir als Senat wollen die Friedrichstraße wieder zu einem Urbanen Boulevard entwickeln. Eine solche Transformation gelingt nur gemeinsam – mit den Anwohnerinnen und Anwohnern, den Gewerbetreibenden und der Stadtgesellschaft. Ich danke allen Beteiligten für ihre Ideen und das Konezpt zur Gestaltung der Friedrichstraße, die damit ein Vorbild für eine moderne Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik in Berlin werden kann.“&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bonde</strong>: „Das Konzept zur Umgestaltung der Friedrichstraße von Unter den Linden bis Schützenstraße ist ein wertvoller zivilgesellschaftlicher Impuls. Da geht es um für alle guten Verkehr statt Konfliktzonen. Indem alle Nutzergruppen aufeinander Rücksicht nehmen, werden sich Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität bedeutend steigern.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nöfer</strong>: „Die Friedrichstraße steht wie kaum eine andere Straße für die komplexe Geschichte Berlins: barocke Stadtplanung, Glanzzeiten in der Gründerzeit, radikale Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Randlage am DDR-Todesstreifen – und nach der Wende eine durchgreifende Erneuerung im Geist der ´kritischen Rekonstruktion´. Doch drei Jahrzehnte nach dieser Umgestaltung wirkt der Straßenraum wie aus der Zeit gefallen: zu schematisch, zu autogerecht, zu unfreundlich und grau. Die Straße als Lebensraum für alle, für Flaneure, Radfahrer und Autofahrer ist zwischen Asphaltwüsten, Schilderwald, Pollern und geparkten Autos verloren gegangen. Es ist höchste Zeit, die Friedrichstraße neu zu denken – ohne ideologische Verkrampfung, aber mit Respekt vor ihrer Bedeutung. Nicht als museale Kulisse, sondern als urbanes Rückgrat inmitten einer vitalen Innenstadt.“<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein Weiterbauen mit dem Berliner Vokabular</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mittelpunkt des Konzepts steht nicht ein radikaler Neubau, sondern die Transformation mit den vorhandenen Gestaltungsmitteln der Berliner Straße. Der klassische Bürgersteig mit Granitbordstein, Plattenbelägen und Kleinsteinmosaik bleibt erhalten und wird verbreitert – die heutigen Stellflächen für den ruhenden Verkehr werden in breite Gehbereiche mit Platz für Cafébestuhlung, Fahrräder, Bäume und konsumfreien Aufenthalt umgewandelt. So entsteht ein gut gestalteter Raum, der allen mehr Aufenthaltsqualität bietet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ruhiger Verkehr statt Konfliktzonen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verkehrsführung folgt einem integrativen Ansatz: keine separaten Fahrrad- oder Busspuren, keine neuen Markierungsorgien – sondern ein ruhiger, homogener Verkehrsfluss bei Tempo 20-30, bei dem alle Nutzergruppen aufeinander Rücksicht nehmen. Die mittige Fahrbahnmarkierung entfällt. Stattdessen bleibt eine 7,50 Meter breite Fahrspur, die ausreichend Platz für Lieferverkehr, Taxibetrieb und den ruhigen Begegnungsverkehr bietet. So entsteht ein städtischer Straßenraum, der mit minimalen Eingriffen maximale Wirkung erzielt – funktional, verständlich und resilient.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Stadtbild mit Charakter – Schinkels Sternenhimmel als Inspiration</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als gestalterische Veredelung sieht das Konzept ein Muster geometrisch gesetzter Messingsterne im Straßenbelag vor – inspiriert von Karl Friedrich Schinkels berühmten Sternenhimmel – das der Straße Noblesse und Identität zurückgeben soll. „Die Friedrichstraße wird damit nicht einfach funktional optimiert, sondern bekommt ein starkes, würdiges Zeichen in ihrer Mitte – ganz im Sinne einer Straße, die historisch als ‚primus inter pares‘ gedacht war“, so&nbsp;Nöfer.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Klimawandel zwingt zum Umdenken – auch dort, wo es bisher keine Tradition für Straßenbäume gibt. Das Konzept schlägt begrünte Pflanztröge mit kleinkronigen, schattenwerfenden und widerstandsfähigen Stadtbäume, z.B. Winterlinden,vor, um Hitze zu reduzieren und Regenwasser versickern zu lassen. Die Baumtröge werden zugleich als massive Sitzgelegenheiten aus Granitborden gestaltet – robust, einladend und ohne Konsumzwang nutzbar. Eine einfache Idee, die Aufenthaltsqualität, Umweltwirkung und gestalterische Integration auf elegante Weise verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><br>Verkehrsberuhigung durch Information – nicht durch Verbote</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Parken am Straßenrand soll hier entfallen. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil Dauerparken auf der weltberühmten Friedrichstraße die unpassendste aller Nutzungen ist. In unmittelbarer Nähe existieren hunderte Stellplätze in Tiefgaragen, die derzeit oft leer stehen, weil sie kaum gefunden werden. Nöfer&nbsp;&nbsp;&nbsp;schlägt ein kooperatives Parkleitsystem in Zusammenarbeit mit den Garagenbetreibern vor – ein Beispiel dafür, wie man vorhandene Infrastruktur intelligenter nutzen kann, statt neue Konflikte zu schaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><br>Ein Beitrag zur aktuellen Stadtdebatte</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Konzept zur Friedrichstraße zielt Nöfer darauf, das Naheliegende zu tun – mit einem konstruktiven, gestaltungsorientierten Vorschlag, der aus dem Berliner Kontext heraus entwickelt wurde. Der Vorschlag vermeidet spektakuläre Effekte und unbedachte Maßnahmen. Stattdessen wird auf dauerhafte, qualitätvolle Gestaltung gesetzt, die sich an den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft vor Ort orientiert.<br> „Die Friedrichstraße ist ein Prüfstein dafür, wie wir mit öffentlichen Räumen umgehen: Ob wir es schaffen, geschmackvolle Gestaltung, Funktion und Nachhaltigkeit wieder zusammenzubringen – oder ob wir uns in Symbolpolitik und städtebaulichen Moden verlieren“, fasst&nbsp;Nöfer zusammen.</p>



<div data-wp-interactive="core/file" class="wp-block-file"><object data-wp-bind--hidden="!state.hasPdfPreview" hidden class="wp-block-file__embed" data="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/11/251116_friedrichstrasse_e-pub.pdf" type="application/pdf" style="width:100%;height:600px" aria-label="Einbettung von 251116_friedrichstrasse_e-pub."></object><a id="wp-block-file--media-be4eeddb-8d1e-417e-a10b-0cedb73e1b63" href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/11/251116_friedrichstrasse_e-pub.pdf">251116_friedrichstrasse_e-pub</a><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/11/251116_friedrichstrasse_e-pub.pdf" class="wp-block-file__button wp-element-button" download aria-describedby="wp-block-file--media-be4eeddb-8d1e-417e-a10b-0cedb73e1b63">Herunterladen</a></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/transformation-friedrichstrasse/">Transformation Friedrichstraße: ein zukunftsweisendes Konzept zur Revitalisierung der Berliner Traditionsstraße</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das AIV-Forum 2025 Brandenburg Special ist da!</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/forum-berlin-brandenburg-special/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 13:58:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit unserem Themenheft „Die Städte der zweiten Reihe &#8211; Der Goldene Kreis“ widmen wir uns gezielt den Städten der sogenannten Zweiten Reihe – Orten mit Charakter, Geschichte und Zukunftspotenzial. Diese Städte sind oft unterschätzt, bieten aber Raum für neue Leitbilder und Entwicklungsszenarien jenseits des Wachstumsdrucks Berlins. Unsere Perspektive richtet sich auf ihre Eigenart, ihre kulturellen &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/forum-berlin-brandenburg-special/">Weiter</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/forum-berlin-brandenburg-special/">Das AIV-Forum 2025 Brandenburg Special ist da!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mit unserem Themenheft „Die Städte der zweiten Reihe &#8211; Der Goldene Kreis“ widmen wir uns gezielt den Städten der sogenannten Zweiten Reihe – Orten mit Charakter, Geschichte und Zukunftspotenzial. Diese Städte sind oft unterschätzt, bieten aber Raum für neue Leitbilder und Entwicklungsszenarien jenseits des Wachstumsdrucks Berlins. Unsere Perspektive richtet sich auf ihre Eigenart, ihre kulturellen und räumlichen Qualitäten sowie ihre Rolle im regionalen Gefüge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitglieder erhalten eine gedruckte Fassung. Die Ausgabe kann auch für EUR 20,- über den Verein erworben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/09/2508-aiv-forum-Berlin-Brandenburg-144-dpi.pdf">Download AIV-Forum 2025</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/forum-berlin-brandenburg-special/">Das AIV-Forum 2025 Brandenburg Special ist da!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Dr. Hans Stimmann gestorben</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/stimmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Sep 2025 08:39:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=12462</guid>

					<description><![CDATA[<p>Unser langjähriges Kuratoriumsmitglied Dr. Hans Stimmann ist am 30.08.2025 gestorben. Der gelernte Maurer, Architekt und promovierte Stadtplaner hatte über 16 Jahre als Senatsbaudirektor und Staatssekretär entscheidenden Einfluss auf die Stadtentwicklung Berlins und war der Manager der städtebaulichen Wiedervereinigung. Für die kritische und konstruktive Begleitung über viele Jahre in unserem Kuratorium ist ihm der Architekten-und Ingenieurverein &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/stimmann/">Weiter</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/stimmann/">Dr. Hans Stimmann gestorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Unser langjähriges Kuratoriumsmitglied <strong>Dr. Hans Stimmann</strong> ist am 30.08.2025 gestorben. Der gelernte Maurer, Architekt und promovierte Stadtplaner hatte über 16 Jahre als Senatsbaudirektor und Staatssekretär entscheidenden Einfluss auf die Stadtentwicklung Berlins und war der Manager der städtebaulichen Wiedervereinigung. Für die kritische und konstruktive Begleitung über viele Jahre in unserem Kuratorium ist ihm der Architekten-und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg sehr dankbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Senatsbaudirektor von 1991 bis 2006 prägte Stimmann das Leitbild der „kritischen Rekonstruktion“ und damit das Erscheinungsbild des wiedervereinigten Berlins. Mit seinen Vorstellungen von Städtebau, Architektur und baukultureller Verantwortung setzte er Maßstäbe, die bis heute die Debatten um Architektur und Stadtentwicklung prägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Christian Müller</strong>, AIV-Vorsitzender: „Hans Stimmann hat der Berliner Architektur ein klares Koordinatensystem gegeben. Seine Haltung war oft unbequem, aber immer getragen von der Leidenschaft für die Baukunst. Viele Diskussionen, die wir heute führen, gehen auf seine Impulse zurück.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. <strong>Johannes Modersohn</strong>, zweiter Vorsitzender des AIV: „Hans Stimmann übte sein Amt als Senatsbaudirektor mit einer eindeutigen Haltung aus und beharrte unermüdlich auf seiner Idee von der Stadt. Er hat Berlin vor exzentrischen Architekturexperimenten und kurzlebigen städtebaulichen Utopien bewahrt. Die Zukunft planen, die Geschichte im Blick, Berlin ging damit unter Stimmann seinen eigenen Weg und sieht jetzt eben nicht aus wie Shanghai, Tokio oder Atlanta und dafür sind wir sehr dankbar.&#8221;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tobias Nöfer</strong>, AIV-Vorstandssprecher Politik: „Hans Stimmann hat wie kein anderer dieStadtentwicklung Berlins nach der Wiedervereinigung geprägt. Er hat zeitlebens für eine kritische Rekonstruktion der kriegszerstörten Städte gekämpft. Sein Mut und seine Durchsetzungskraft als Senatsbaudirektor und Staatssekretär waren ein Segen in der bewegten Zeit der Wiedervereinigung Berlins, haben ihm aber auch viele Widerstreiter eingebracht. Mit seinem politischen Gespür war er stets von der Erkenntnis getragen, wie sehr Architektur und Städtebau dem Gemeinwohl dienen müssen. Wir werden ihn als engagierten Gestalter und kritischen Begleiter des AIV in Erinnerung behalten.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der AIV ist Hans Stimmann für sein Wirken in besonderer Weise zu großem Dank verpflichtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gespräch mit <strong>Rudolf Spindler </strong>vom 09.03.2021 im Rahmen der „Berliner Städtbaugespräche“ des AIV bringt er zentrale Botschaften auf den Punkt:</p>


<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/stimmann/"><img decoding="async" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F8NgwLYz7dwE%2Fmaxresdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br />Mit dem Laden des (Klicken auf das) YouTube Video akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.<br /><figcaption></figcaption></figure><p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/stimmann/">Dr. Hans Stimmann gestorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neuer Vorstandsvorsitzender des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg: Christian Müller folgt auf Tobias Nöfer</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/neuer-vorstandsvorsitzender-des-architekten-und-ingenieurvereins-zu-berlin-brandenburg-christian-mueller-folgt-auf-tobias-noefer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Mar 2025 14:13:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=11762</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) freut sich, die Wahl von Dr.-Ing. Christian Müller zum neuen Vorstandsvorsitzenden bekanntzugeben. Er tritt damit die Nachfolge von Tobias Nöfer an, der nach sechs prägenden Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte. Er bleibt Geschäftsführer der vereinseigenen Berlin 2070 gGmbH für besondere Aufgaben und damit weiter im &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/neuer-vorstandsvorsitzender-des-architekten-und-ingenieurvereins-zu-berlin-brandenburg-christian-mueller-folgt-auf-tobias-noefer/">Weiter</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) freut sich, die Wahl von Dr.-Ing. Christian Müller zum neuen Vorstandsvorsitzenden bekanntzugeben. Er tritt damit die Nachfolge von Tobias Nöfer an, der nach sechs prägenden Jahren nicht erneut für das Amt kandidiert hatte. Er bleibt Geschäftsführer der vereinseigenen Berlin 2070 gGmbH für besondere Aufgaben und damit weiter im Vorstand aktiv. Der AIV drückt zum Abschluss seines Amtes seine große Wertschätzung für die Tätigkeit von Nöfer aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Tobias Nöfers prägende Amtszeit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Tobias Nöfer, selbst renommierter Architekt und langjähriges Mitglied des AIV, führte den Verein von 2018 bis 2024. In dieser Zeit setzte er wichtige Impulse, insbesondere durch die Realisierung zweier herausragender Projekte:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Unvollendete Metropole (2020 bis 2022): Eine Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt, das die städtebauliche Entwicklung der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg zum 100-jährigen Geburtstag von Groß-Berlin beleuchtete und historische sowie zukünftige Perspektiven der Stadtplanung aufzeigte.</li>



<li>immer modern! Berlin und seine Straßen (2024): Zum 200. Vereinsjubiläum widmete sich der AIV unter der Leitung von Nöfer der Geschichte und Zukunft der Hauptstraßen Berlins und Potsdams. Die vielbeachtete Freiluftausstellung Unter den Linden zeigte im Bereich<br>„Große Straßen von heute“, wie städtische Straßenräume in den letzten 200 Jahren entstanden und welche Visionen sie prägten. Der Abschnitt „Große Straßen für morgen“ präsentierte innovative Vorschläge für die Umgestaltung unwirtlicher Straßenräume unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Mobilität.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im AIV realisierte und plante Nöfer mit seinem Architekturbüro bedeutende Projekte, darunter das Palais Holler (2011 bis 2017) sowie den Masterplan Pankower Tor (seit 2021). Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine gelungene Verbindung von traditioneller Baukunst und modernen Elementen aus und bilden einen eigenständigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Baukultur Berlins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nöfer: „Über drei Wahlperioden der Vorsitzende des bedeutendsten Berliner Bauvereins gewesen zu sein war mir eine besondere Ehre und Freude. Nach dieser überaus intensiven Zeit, die mit unserem großen Jubiläumsjahr ihren Höhepunkt erreicht hat, ist es Zeit, den Staffelstab zu übergeben. Mit Christian Müller hat der AIV einen hervorragenden neuen Vorsitzenden, dem ich alles Glück und die so wichtige breite Unterstützung aller Mitglieder wünsche, die auch mich getragen hat.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Christian Müller: Erfahrung und Innovation</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue Vorstandsvorsitzende, Dr. Christian Müller, ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Architekten- und Ingenieurswelt. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Tragwerksplanung, Lehraufträgen an renommierten Universitäten und einem beeindruckenden Portfolio an Projekten bringt er umfassendes Know-how und Visionen in seine neue Rolle ein.<br>Müller wurde 1962 in Bremen geboren und studierte Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Berlin. Nach seiner Promotion hat er ein eigenes Ingenieurbüro gegründet, das jährlich rund 30 Projekte realisiert. Seine Tätigkeitsschwerpunkte umfassen unter anderem die Tragwerksplanung für anspruchsvolle Neubauten und Umbauten, wie etwa das Marinehaus in Berlin oder die ehemalige Geschützgiesserei in Spandau. Neben seiner beruflichen Expertise engagiert sich Müller ehrenamtlich in zahlreichen Gremien, darunter die Baukammer Berlin und der Ingenieurbaukunstverein. Seit 2023 ist er Mitglied im Vorstand des AIV.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dank und Zukunftsaussicht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich möchte die erfolgreiche Arbeit von Tobias fortführen und den Verein als Plattform für visionäres und nachhaltiges Bauen weiter stärken“, so Müller.<br>„Besonderen Fokus möchte ich auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine innovative und nachhaltige Baukultur legen.“ Der AIV bedankt sich herzlich bei Tobias Nöfer und der 2. Vorsitzenden Dr. Melanie Semmer, die ihr Amt ebenfalls zur Verfügung stellte, für ihr Engagement und ihre herausragenden Leistungen. Auch die Bauingenieurin Nicole Zahner, die bisher verdienstvoll mit der Aufgabe der Schriftführerin betraut war, bleibt dem Verein verbunden, wendet sich aber neuen ehrenamtlichen Aufgaben zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der neue AIV-Vorstand</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemeinsam mit Müller und dem neuen Vorstandsteam wird der Verein weiterhin Impulse für die Zukunft des Bauens in der Region setzen. Neben der Wahl von Müller als Vorsitzendem wurde als 2. Vorsitzender der renommierte Architekt Prof. Johannes Modersohn gewählt. Schatzmeisterin bleibt die Architektin Sonja Berghaus, als neuer Schriftführer wurde der Architekt Robert Patzschke gewählt. Der neue geschäftsführende Vorstand ist sofort arbeitsfähig und wird weiterhin von der durch Fabian Burns professionell geführten Geschäftsstelle unterstützt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der neue AIV-Vorstand im Überblick:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorsitzender: Dr. Christian Müller</p>



<ul start="2" class="wp-block-list">
<li>2. Vorsitzender: Prof. Johannes Modersohn<br>Schriftführer: Robert Patzschke<br>Schatzmeisterin: Sonja Berghaus<br>Justitiarin: Christiane Columbus<br></li>



<li>Beisitzer (in alphabetischer Reihenfolge):<br>Ernst-Wolf Abée<br>Steffen Adam<br>Prof. Dr. Harald Bodenschatz<br>Philip Engelbrecht<br>Dr. Benedikt Goebel<br>Prof. Dr. Sylvia Malcovati<br>Tobias Nöfer<br>Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schuster<br>Dr. Melanie Semmer<br>Sebastian Wagner<br>Patrick Zamojski<br></li>



<li>Kooptierte Vorstandsmitglieder (in alphabetischer Reihenfolge):<br>Ephraim Gothe<br>Thomas Schoknecht<br>Prof. Dr. Markus Tubbesing<br>Vinzenz von Feilitzsch</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2025/03/25_03_05_aiv_neuer_vorstand.pdf">Download Pressemitteilung</a></strong></p>
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		<title>Wir wären gern viel einflussreicher!</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wir-waeren-gernviel-einflussreicher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Apr 2024 15:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=11364</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V. wird zweihundert. Unser Vorstandsvorsitzende Tobias Nöfer über das Selbstverständnis des AIV, politischen Einfluss und den Wirbel um eine Wohnungsgenossenschaft, die Vereinsmitglieder gründen wollen. Link zum vollständigen Interview von Jan Friedrich und Ulrich Brinkmann mit Tobias Nöfer in der BAUWELT</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wir-waeren-gernviel-einflussreicher/">Wir wären gern viel einflussreicher!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V. wird zweihundert. Unser Vorstandsvorsitzende Tobias Nöfer über das Selbstverständnis des AIV, politischen Einfluss und den Wirbel um eine Wohnungsgenossenschaft, die Vereinsmitglieder gründen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Link zum vollständigen Interview von Jan Friedrich und Ulrich Brinkmann mit Tobias Nöfer in der <a href="https://www.bauwelt.de/rubriken/betrifft/Wir-waeren-gern-viel-einflussreicher-4083612.html">BAUWELT</a> </p>
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		<item>
		<title>Wohnungsbau gewerkschaftlich, genossenschaftlich, gemeinnützig</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wohnungsbau-gewerkschaftlich-genossenschaftlich-gemeinnuetzig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 17 Jun 2023 22:03:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=11030</guid>

					<description><![CDATA[<p>August Ellinger 1930</p>
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<p class="wp-block-paragraph">– zum Tode von August Ellinger, </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gründer der Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft (GEHAG)</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>von Steffen Adam</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 18. Juni 1933 nahm sich August Ellinger in seinem Berliner Haus, in der nach Plänen von Bruno Taut errichteten Siedlung Eichkamp, das Leben. Der Gewerkschaftler, führend in der Arbeitervertretung im Baugewerbe und genossenschaftlichen Organisationen im Wohnungsbau starb – angesichts drohender Verhaftung, Verhören, Folterungen durch deutsche Behörden, die unlängst selbst der nationalsozialistischen Diktatur anheimgefallen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ellinger sah sich bedroht als bekannter Arbeiterführer und Mitglied der SPD. Sein Fokus lag im Bauwesen, in der Schaffung sozial-bezahlbaren Wohnraums für die breite Masse der Bevölkerung einerseits und Schaffung sicherer, nachhaltiger Arbeitsplätze am Bau. Dabei könnte man annehmen, dass August Ellinger im Grunde einer unverfänglichen Betätigung nachging, äußerst nützlich für Volkswirtschaft und Gemeinwohl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Heer arbeitsloser Bauarbeiter und demobilisierter Soldaten stand einem Wohnungsfehlbestand im Deutschen Reich von rund 700 000 Wohnungen gegenüber. Was könnte, im Sinne des Erfurter Programms der neu firmierten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, den Gewerkschaften und allen progressiven Kräfte der Gesellschaft natürlicher sein, als beide Missstände gegeneinander aufzuwiegen, indem man sie miteinander gemeinnützig und genossenschaftlich verband?</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Bauhüttenbewegung</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das jedenfalls war die Idee Ellingers:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Geld der Gewerkschaften, insbesondere des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes wurden ab 1918 reichsweit in echter Selbsthilfe von Handwerkern, Facharbeitern und kleinen Unternehmern freie Baufirmen gegründet. Diese sollten wenig mehr als die Arbeitslöhne und die durchlaufenden Kosten für Baumaterial und Verwaltung erwirtschaften. August Ellinger versprach sich besondere Leistungsfähigkeit dieser Baufirmen, die sich Bauhütten nannten, weil die Arbeiter hier selbst Herr ihrer Geschicke waren und „Besitzer ihrer Produktionsmittel“. Damit fand Ellinger in Dr. Martin Wagner, Baustadtrat von Schöneberg, einen kongenialen Mitstreiter und Freund. Ellinger und Wagner waren fortan in allen regionalen, nationalen und internationalen Gremien für die neue, soziale Bauwirtschaft federführend tätig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese soziale Bauwirtschaft, dass erkannten Ellinger und Wagner, war es wichtig, sich von der privaten, gewinnorientierten Baustoffindustrie unabhängig zu machen. Die Bauhüttenbewegung erwarb bis 1922 Wälder, Sägewerke, Ziegeleien, Betonwerke, Kunststeinfabriken, etc. und nicht einen Augenblick zu früh. Denn 1923 begann die Hyperinflation, der auch einige Bauhütten zum Opfer fielen. Dank der Führung von August Ellinger und Martin Wagner überstand die Bauhüttenbewegung die Krise auf zwei gesunden Beinen: den sozialen Baubetrieben und den sozialen Baustofferzeugern.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die freien Baugesellschaften</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein drittes Standbein lag geradezu auf der Hand: Die Sozialisierung der Auftraggeberseite und ein Wohnungsbau für die Bevölkerung durch die Organisationen, die für diese Bevölkerung wirken und eintreten. Zu diesem Zweck hatten August Ellinger und Martin Wagner am 13. März 1924 die Deutsche Wohnungsfürsorge-Aktiengesellschaft DEWOG in Berlin gegründet. Deren operatives Geschäft, Auftragsvergabe an soziale Bauhütten, des Eigenbaus und der Verwaltung der entstandenen Immobilien sollte bei gemeinnützigen Baugesellschaften der einzelnen Länder oder großen Städten liegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Berlin stand als Reichshauptstadt natürlich in besonderem Fokus und zog Vertreter:Innen progressiver Ideen, Künstler:Innen oder kreative Gruppen aller Couleur an: Die Brüder Taut, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Hugo Häring oder Otto-Rudolf Salvisberg aus der Schweiz, um nur einige zu nennen. Vertreter des Bauhauses (aus Weimar, Dessau und Berlin) fühlten sich ebenfalls von der jüngsten Metropole angezogen, wo alles möglich schien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April 1924 gründeten August Ellinger und Dr. Martin Wagner im Bundeshaus des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes die Gemeinnützige Heimstätten AG, GEHAG. Gründungsaktionäre wurden der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund ADGB unter Carl Legien (heute DGB), der Allgemeine freie Angestelltenbund AfA-Bund unter Siegfried Aufhäuser (heute bei Verdi), acht Einzelgewerkschaften, darunter die Baugewerkschaft (heute IG Bau-Agrar-Umwelt), die Baugenossenschaft Ideal, die Genossenschaft Freie Scholle Tegel (initiiert von Gustav Lilienthal), die Arbeiterbaugenossenschaft Paradies-Bohnsdorf, der Beamtenwohnverein Neukölln, die AOK-Neukölln mit Emil Wutzky, die Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung, die Volksfürsorge (Rente) und die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Sie finanzierte alle drei Standbeine der Bewegung: Baustoffe, Bauen, Beauftragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was August Ellinger und Martin Wagner mit der GEHAG seit ihrer Gründung unternahmen, betraf nicht nur die Region Berlin-Brandenburg. Die Idee und Umsetzung eines gewerkschaftlich sozialen Bauens wurde reichsweit, ja europa- und weltweit diskutiert, kommentiert und übernommen. Der GEHAG-Wohnungsgrundriss ist praktisch das Vorbild des Wohnens der Welt im 20. Jahrhundert geworden. Dies war ein Beweggrund, sechs Siedlungen der Berliner Moderne zum Weltkulturerbe zu erheben. Zwei dieser Welterbe-Siedlungen, die Hufeisensiedlung in Britz und die Wohnstadt Carl-Legien, wurden von der GEHAG Ellingers und Wagners erbaut und betrieben. Eine weitere GEHAG-Siedlung, die Waldsiedlung Zehlendorf „Onkel Toms Hütte“ soll noch in diesem Jahr zum bestehenden Welterbe nachnominiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Werk und Wirken nicht vergessen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Martin Wagner gelang nach der Machtübernahme der Nazis die Flucht in die Freiheit. August Ellinger hatte dazu keine Gelegenheit. Alle deutschen Gewerkschaften waren am 2. Mai 1933 zerschlagen, Ihre Strukturen zerstört, ihr Vermögen beschlagnahmt worden. Prominente Gewerkschafter wurden verhaftet, so man ihrer habhaft wurde. Die Vorstellung, er müsse seine Tätigkeit vor Nazi-Schergen im KZ rechtfertigen, dürften in August Ellinger den Entschluss zum Freitod befördert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Architekten- und Ingenieurverein Berlin-Brandenburg und das August-Bebel-Institut werden mit der Tagung „Zukunft im Wohnungsbau aus Anlass 100 Jahre GEHAG“ am 13.04.2024 an die Gründung der GEHAG erinnern. Mit dabei sollen alle noch existierenden Organisationen sein: Konsumgenossenschaft Berlin und Umgebung, Baugenossenschaft Ideal, Bundesverband der AOK, Baugenossenschaft Freie Scholle Tegel, Arbeiter-Baugenossenschaft Paradies, Wohnungsbauverein Neukölln, Verdi und IG Bau. Die IG Bergbau-Energie-Versorgung, vertreten durch Rolf Erler, wird dazu den großen Versammlungssaal des Gebäudes zur Verfügung stellen, in dem Dr. Martin Wagner und August Ellinger 1924 die GEHAG gründeten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Autor: Steffen Adam, Architekt und Bauhistoriker, seit über 25 Jahren tätig mit dem Schwerpunkt anspruchsvoller Planungs- und Bauaufgaben zur Umnutzung und Erweiterung von Bestands- und Wohngebäude, Vermittlung von Denkmalen und denkmalwerten Situationen, ehemals Lehrtätigkeit in Geschichte des Bauingenieurwesens, Mitglied des Vorstandes des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin – Brandenburg, gegenwärtig Thema 100 Jahre GEHAG.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="704" height="1024" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-704x1024.jpg" alt="" class="wp-image-11029" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-704x1024.jpg 704w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-206x300.jpg 206w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-768x1117.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-1056x1536.jpg 1056w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-1408x2048.jpg 1408w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/Martin-Wagner_1930-scaled.jpg 1759w" sizes="(max-width: 704px) 100vw, 704px" /><figcaption class="wp-element-caption">Martin-Wagner 1930</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="806" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/1931_GEHAG-Organigramm_Einfa-Nachrichten_gemeinfrei-1024x806.jpg" alt="" class="wp-image-11028" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/1931_GEHAG-Organigramm_Einfa-Nachrichten_gemeinfrei-1024x806.jpg 1024w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/1931_GEHAG-Organigramm_Einfa-Nachrichten_gemeinfrei-300x236.jpg 300w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/1931_GEHAG-Organigramm_Einfa-Nachrichten_gemeinfrei-768x604.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/1931_GEHAG-Organigramm_Einfa-Nachrichten_gemeinfrei.jpg 1173w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">1931 GEHAG-Organigramm</figcaption></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>99 Jahre GEHAG – Ikone des genossen-, gewerkschaftlichen und sozialdemokratischen Wohnungsbaus</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/99-jahre-gehag-ikone-des-genossen-gewerkschaftlichen-und-sozialdemokratischen-wohnungsbaus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Apr 2023 20:23:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/?p=10963</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am 14. April 1924 gründeten der Architekt, Stadtplaner und Sozialdemokrat, Martin Wagner, und der Gewerkschafter August Ellinger vom Deutschen Bauarbeiterverband die Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft. Die GEHAG sollte als Baugesellschaft neuen Typs Bindeglied administrativer Wohnungsbauförderungen einerseits und den Konsumenten, der breiten Mehrheit der Bevölkerung, andererseits fungieren. Denn schon vor dem 1. Weltkrieg fehlten in &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/99-jahre-gehag-ikone-des-genossen-gewerkschaftlichen-und-sozialdemokratischen-wohnungsbaus/">Weiter</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Am 14. April 1924 gründeten der Architekt, Stadtplaner und Sozialdemokrat, Martin Wagner, und der Gewerkschafter August Ellinger vom Deutschen Bauarbeiterverband die Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-Aktiengesellschaft. Die GEHAG sollte als Baugesellschaft neuen Typs Bindeglied administrativer Wohnungsbauförderungen einerseits und den Konsumenten, der breiten Mehrheit der Bevölkerung, andererseits fungieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn schon vor dem 1. Weltkrieg fehlten in Deutschland mehr als 400.000 Wohnungen. Nach Krieg und Niederlage stieg der Mangel reichsweit auf über 700.000 fehlender Wohnungen – vertraute Zahlen, aber aus dem letzten Jahrtausend! Die aktuellen Zustände des heutigen Wohnungsfehlbestandes liegen weit darunter. Trotzdem lassen sie mittleren Einkommen, kinderreichen Familien, Studierenden oder Alleinerziehenden kaum noch eine Chance auf ein bezahlbares, gesundes und lebenswertes Unterkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wagner hatte in den USA die Bewegungsstudien von Frederick Winslow Taylor und deren Übertragung auf den Bauablauf durch Frank Bunker Gilbreth kennengelernt. Optimierung des Bauablaufs und der Logistik waren deshalb das erste Mittel der Wahl. Ein weiteres sollten moderne, zweckmäßige Grundrisse bilden. Dafür war es Wagner gelungen, den Architekten Bruno Taut für die GEHAG zu gewinnen: Taut entwickelte die weltberühmten GEHAG-Grundrisse. Der GEHAG-Geschoßbau ist etwa 10 Meter breit. Nur zwei Wohnungen gehen von einem Treppenpodest ab. Ein kurzer Flur erschließt alle Zimmer. Die Wohnung ist von beiden Seiten belichtet und belüftet. Zwei Zimmer, etwa gleich groß, können wahlweise als Schlaf- oder Wohnzimmer genutzt werden. Küche und Bad sind am Wohnungseingang platziert, kurze Wege und Schallschutz für die ruhigen Wohnbereiche. Jedes Bad erhält ein Fenster ins Freie. Jede Wohnung erhält eine Loggia oder einen Balkon, der „Außenwohnraum“ nach Taut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als größtes Hemmnis vorbildlichen Wohnungsbau zu errichten, diagnostizierte Martin Wagner die öffentliche Bauverwaltung. Gegen die Borniertheit der Baubeamten nannte Bruno Taut ganze Baublöcke „Rote Front“ oder „Peitschenknall“, die Peitsche, die wir, GEHAG, „Stadt oder Bezirksamt oder Siedlungsdirektion oder freistaatlich preußischer Straßenpflasteroberkommission“ um die Ohren hauen. Die breite Basis der GEHAG sollte das gesamte Leben der Bewohner umfassen. Dazu gehörten: Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten AG unter Heinrich Bachem, die Konsum-Genossenschaft und die Volksfürsorge unter Adolph von Elm. Zusätzlich wurden die Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln unter Emil Wutzky einbezogen, die Wohnungsfürsorge, die Bauhütten, etliche Baugenossenschaften wie die Freie Scholle Tegel, gegründet von Gustav Lilienthal, oder die Baugenossenschaft Ideal, und natürlich die Gewerkschaften, vom ADGB, heute DGB, mit ihrem legendären Gewerkschaftsführer Carl Legien, den Buchdruckern, Buchbildern, Lithographen, heute Verdi, bis zum Deutschen Baugewerkebund.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um nach Hyperinflation 1923 wieder zu einer funktionsfähigen Wirtschaft zurückkehren zu können, hatte der Reichkanzler Gustav Stresemann die Vorlage seines Finanzministers Rudolf Hilferding zu einer Notverordnung entwickeln lassen, die den Immobilienbesitz im Bestand besteuerte. Diese Steuer, Hauszinssteuer, trat am 1.4.1924 – also 14 Tage vor Gründung der GEHAG – unter Reichkanzler Luther in Kraft. Die Steuer sollte zur Hälfte dem Wohnungsbau als zinsgünstige, zweitstellige Hypotheken zur Verfügung gestellt werden, der Rest ging in den Staatshaushalt. Allein die Tatsache, dass der Staat förderte, scheint damals (wie heute) eine Euphorie bewirkt zu haben: Im Jahr 1927 / 1928 entstanden allein in Berlin 26.700 neue Wohnungen. Das ist später nicht einmal im Wirtschaftswunder 1959/60 gelungen, da waren es lediglich 23.000 Wohneinheiten. Den mit 61,1 % wichtigsten Anteil Wohnungsbau der klassischen Moderne in den 1920er Jahren hatten dabei die Gemeinnützigen Baugesellschaften wie die GEHAG.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im III. Reich enteignet, konnte die GEHAG erst 1952 wieder eigenständig Wohnungsbau betreiben, neben Siedlungen in NRW, insbesondere die Erweiterung der Hufeisensiedlung, Britz-Süd, und Gropiusstadt. 1998 wurde die GEHAG teilprivatisiert. Ihr Portfolio erwarb die Deutsche Wohnen SE, die mit den GEHAG-Gebäuden offenbar den vorbildlichen Umgang mit ihren Immobilien übernahm. Seit 2012 gehört die Deutsche Wohnen zur Vonovia SE.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="678" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933-Hufeisens-Luftbild-1024x678.jpg" alt="" class="wp-image-10960" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933-Hufeisens-Luftbild-1024x678.jpg 1024w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933-Hufeisens-Luftbild-300x199.jpg 300w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933-Hufeisens-Luftbild-768x508.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933-Hufeisens-Luftbild.jpg 1375w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">1933 Hufeisen Luftbild</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="330" height="442" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1965_Emil-Wutzky.jpg" alt="" class="wp-image-10961" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1965_Emil-Wutzky.jpg 330w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1965_Emil-Wutzky-224x300.jpg 224w" sizes="auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px" /><figcaption class="wp-element-caption">1965 Emil Wutzky</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="793" height="1024" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei-793x1024.jpg" alt="" class="wp-image-10957" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei-793x1024.jpg 793w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei-232x300.jpg 232w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei-768x992.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei-1189x1536.jpg 1189w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1930_Martin-Wagner_gemeinfrei.jpg 1476w" sizes="auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px" /><figcaption class="wp-element-caption">1930 Martin Wagner</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="951" height="1024" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio-951x1024.jpg" alt="" class="wp-image-10956" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio-951x1024.jpg 951w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio-279x300.jpg 279w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio-768x827.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio-1427x1536.jpg 1427w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/1933_12_24_Bruno-Taut_Fotogr-Golowtschikow_Tokio.jpg 1865w" sizes="auto, (max-width: 951px) 100vw, 951px" /><figcaption class="wp-element-caption">1933 Bruno Taut</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-683x1024.jpg" alt="" class="wp-image-10962" width="194" height="291" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-683x1024.jpg 683w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-200x300.jpg 200w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-768x1152.jpg 768w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-1024x1536.jpg 1024w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-1365x2048.jpg 1365w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/04/2021_01_07_Steffen-Adam_farb-scaled.jpg 1707w" sizes="auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px" /><figcaption class="wp-element-caption">Autor Steffen Adam</figcaption></figure>
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		<title>Die Finanzierung der Wohnungsfrage und das Neue Bauen – vor 100 Jahren wurde Rudolf Hilferding Finanzminister der Weimarer Republik</title>
		<link>https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/die-finanzierung-der-wohnungsfrage-und-das-neue-bauen-vor-100-jahren-wurde-rudolf-hilferding-finanzminister-der-weimarer-republik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philip Engelbrecht]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Aug 2022 08:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rudolf Hilferding wurde am 13. August 1923 Finanzminister der Weimarer Republik. Am 4. Oktober desselben Jahres stürzte ihn eine Phalanx liberaler Politiker. Diese, heute entrückte erscheinende, Periode des Deutschen Reiches gehört wirtschaftspolitisch zu den spannendsten der ersten Demokratie in Deutschland. Die Hyperinflation hatte die Wirtschaft des Staates und das Vermögen des Mittelstandes zerstört. Rudolf Hilferding &#8230; <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/die-finanzierung-der-wohnungsfrage-und-das-neue-bauen-vor-100-jahren-wurde-rudolf-hilferding-finanzminister-der-weimarer-republik/">Weiter</a></p>
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<p class="wp-block-paragraph">Rudolf Hilferding wurde am 13. August 1923 Finanzminister der Weimarer Republik. Am 4. Oktober desselben Jahres stürzte ihn eine Phalanx liberaler Politiker. Diese, heute entrückte erscheinende, Periode des Deutschen Reiches gehört wirtschaftspolitisch zu den spannendsten der ersten Demokratie in Deutschland. Die Hyperinflation hatte die Wirtschaft des Staates und das Vermögen des Mittelstandes zerstört. Rudolf Hilferding schuf zur Wiederherstellung von beidem die Voraussetzung mit einer Währungsreform. Als neue Einnahmequelle für den Staat plante Hilferding die Besteuerung wertstabilen Immobilienbesitzes. Die von ihm initiierte Hauszinssteuer sollte zur Hälfte dem allgemeinen Staatshaushalt zufallen, zur anderen Hälfte der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus zu Gute kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Hauszinssteuer wurden an 1926 die großen Siedlungsprojekte der jungen Republik finanziert: Frankfurt am Main geplant unter dem Architekten Ernst May, Altona unter Gustav Ölsner, Hamburg unter Fritz Schumacher, Celle unter Otto Haesler, München, Hannover, Krefeld und natürlich in der Reichshauptstadt. In Berlin kamen die weltweit bedeutendsten Architekten der klassischen Moderne zusammen: Martin Wagner, Bruno Taut, Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Peter Behrens. Im Grunde finanzierte Rudolf Hilferding den Wohnungsbau und die gesamte Periode, die als „Goldene Zwanziger Jahre“ in die Geschichte eingegangen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das war in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert:<br>Hilferding, Sohn einer gutbürgerlichen Familie und promovierter Arzt, war Österreicher und emigrierte 1906 nach Deutschland. Politisch wurde ein Wechsel der Nation in allen Staaten Europas, die hoch national aufgeladenen waren, als absolutes Ausschlusskriterium bewertet, als Desertation vor dem Feind, der ehemaligen Nation ein Fahnenflüchtiger, der neuen ein beargwöhnter Ausländer. Man erinnere sich an den „böhmischen Gefreiten“. Reichspräsident von Hindenburg hatte es lange abgelehnt, diesen Ausländer, diesen Migranten Adolf Hitler, überhaupt vorzulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rudolf Hilferding zählte hingegen zu den Eliten der k. und k. Doppelmonarchie. Seine Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Österreichs ab 1901 betrachteten die Konservativen als Klassenverrat. Der Vergleich mit dem jüdischen Sozialdemokraten, Prof. Dr. Leo Martin Arons, drängt sich in mehrfacher Hinsicht auf: Dr. Arons, der sich Zeit Lebens mit seinem privaten Vermögen für den sozialen Wohnungsbau engagiert hatte und hat, wurde als Physik-Professor an der Humboldt-Universität Berlin wegen seines Glaubens und als Sozialdemokrat auf Drängen Wilhelms II. von eben dieser Universität suspendiert. Die Wiedereinsetzung nach der Abdankung des Kaisers kam für den Wissenschaftler Leo Arons zu spät. Die Baugenossenschaft Ideal aus Berlin verdankt ihr Überleben den Zuwendungen von Professor Arons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bekannter noch dürfte der Übertritt von Winston Churchill, des späteren britischen Premierministers, 1904 von den Konservativen zu den Liberalen gewesen sein. Genau wie Churchill fand sich Rudolf Hilferding alsbald in der äußerst linken Ecke der Sozialdemokratie wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bewilligung der Kriegskredite des Deutschen Reichs für den Ersten Weltkrieg hatte die Arbeiterbewegung gespalten. Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) entstand. Rudolf Hilferding lehnte die Kriegskredite ebenfalls ab und trat der USPD 1917 bei. Allerdings setzte er sich vehement für eine Wiedervereinigung der Sozialdemokratie ein, die dann aber erst 1922 erfolgte. Denn Rudolf Hilferding galt diesen Linken als Reform-Revolutionär. Mit Reformen, so die Linken, macht man armen Leuten das Leben leichter – aber keine Revolution. Revolution und Beitritt zur Kommunistischen Internationale waren jedoch die Ziele der USPD. Für den Beitritt sollten sich die deutschen Genossen der USPD den 21 Bedingungen Lenins und der KPdSU unterwerfen. Dies Diktat wurde 1922 auf dem Parteitag in Halle diskutiert. Die USPD spaltete sich. Rudolf Hilferding und die Mehrheit der Genossen des Hallenser Parteitags waren seit dem 24. September 1922 wieder ordentliche Mitglieder der SPD, wenn auch gezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Finanzministerium der Republik von Weimar war bis 1923 in der Regel an das konservativ-katholische Zentrum gegangen. Allenfalls hatte es mal ein Liberaler inne. Am 13. August 1923 wurde mit Rudolf Hilferding erstmalig ein Sozialdemokrat als Finanzminister vereidigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Situation war auch verfahren genug: Auf der einen Seite stand das siegreiche Frankreich mit dem Vertrag von Versailles. Trotz dieses Vertrages sah sich Frankreich nicht befriedigt und versuchte die Bedingung gegen Deutschland immer wieder zu verschärfen. Es ging Frankreich um Schwächung des Nachbarn, um Landnahme und Reparationen.<br>Das Deutsche Reich suchte hingegen nach einem international, mindestens aber einen vom Vereinigten Königreich und/oder den USA anerkannten Nachweis, dass die geforderten Reparationsleistungen von Deutschland unmöglich zu erbringen seien. Diesen Nachweis glaubte die junge Republik und das Kabinett von Wilhelm Cuno mit einer schweren Wirtschaftskrise zu erbringen. Insofern schuf die Besetzung des Rheinlandes den Hardlinern auf beiden Seiten der Grenze politisch verwertbarer Narrative: Frankreich und Belgien besetzten immer größere Teile des Rheinlandes und griffen auf die bedeutende Schwerindustrie des Reiches zu. Die Reichsregierung Cuno rief zum Ruhrkampf auf und finanzierte diesen mit der Notenpresse. Die Hyperinflation wurde sehenden Auges in Kauf genommen. 1929 hat Reichkanzler Heinrich Brüning die Weltwirtschaftskrise benutzt, um diesmal mit deflatorischen Mitteln die Zahlungsunfähigkeit Deutschlands nachzuweisen. Die Deflation stürzte das Reich in eine Depression. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten folgte auf dem Fuße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines hatte Rudolf Hilferding jedoch als Bürde zu tragen, das an sich schon jegliches politische Agieren oder gar ein Ministeramt verbot: Hilferding war Jude. Ob Rosa Luxemburg oder Walter Rathenau oder die 352 anderen politischen Morde von rechts, Judentum an prominenter Stelle oder öffentliches Wirken war in Deutschland dieser Zeit lebensgefährlich. Sogar der erzkonservativ-katholische Zentrumsangeordnete Matthias Erzberger war am 26. August 1921 von Reaktionären der Organisation Consul liquidiert worden. Denn Demokratie, Erfüllungspolitik gegenüber Frankreich, Linke und Judentum waren alle Mittel recht. Selbst die Juristen verweigerten als alte Eliten des Reiches der jungen Republik den ihr zustehenden Schutz. Der bürgerliche Reichspräsident Friedrich Ebert musste vom Gericht in Magdeburg das Urteil hinnehmen, er, Ebert, sei ein Vaterlandsverräter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen einen Finanzminister Rudolf Hilferding sprach also viel, selbst mag man denken, eigenes Interesse um persönliche Unversehrtheit. Für Hilferding sprachen seine ausgewiesenen Kenntnisse als Nationalökonom und sein fundiertes Fachwissen in Finanzfragen. Vielleicht hielt sich Hilferding wie Walter Rathenau für einen deutschen Benjamin Disraeli, der unter Queen Victoria aufgestiegen und geadelt worden war, obgleich auch er Jude war. Walter Rathenau wurde am 24.06.1922 erschossen. Hilferding traute sich das Finanzministerium zu und machte sich an die Arbeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gelegenheit schien ja auch wieder günstig. Nach Wilhelm Cuno, den die Presse nur noch als den Verwalter des Notstands sah, beschrieb man das neue Kabinett unter Reichskanzler Gustav Stresemann als Regierung der Fachleute, die gewillt waren, den Ruhrkampf zu beenden. Die Weimarer Republik konnte ihn nicht mehr finanzieren. Es musste allerding hingenommen werde. dass die Reichregierung als Ganzes damit wiederum als Feigling vor dem Feind, als Vaterlandsverräter erscheinen musste. Die Hugenberg und Stinnes-Presse tobte. Politische Morde waren real zu befürchten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Erstes legte Hilferding die Grundlage zur einer erforderlichen Währungsreform:<br>Die Eliten des ehemaligen Kaiserreichs, die ostelbischen Junker, propagierten Getreide als Deckung der neuen Währung. Hilferding konnte mit Unterstützung des damals noch liberalen Hjalmar Schacht den wertbeständigen Goldstandard durchsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich stand die Frage im Raum, ob die Lasten aus Ruhrkampf und Hyperinflation der breiten Masse der Bevölkerung oder den Gewinnern dieser Katastrophen auferlegt werden sollte – man ist heute immer wieder an Aktuelles erinnert, Umverteilung außergewöhnlicher Gewinne aus Corona oder Ukrainekrieg. Als sozial geprägter Minister gab es für Rudolf Hilferding nur eine Antwort:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zwangsweisen Hypotheken und Grundschulden auf Liegenschaften von Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe sollten die Schulden umverteilt und eine Deutsche Rentenbank finanziert werden. Eine neue Steuer war für den Geldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken vorgesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zu erwarteten Einnahmen aus diese neuen Steuer, die später als Hauszinssteuer bekannt wurde, sollten zur Hälfte dem allgemeinen Staatshaushalt zufließen. Die andere Hälfte war allerdings zweckgebunden. Rudolf Hilferding plante, diese Steuereinnahmen ganz dem gemeinnützigen Wohnungsbau zu Gute kommen zu lassen. Mit einer Förderung des Wohnungsbaus könnte nicht nur der Fehlbestand von damals rund 700.000 Wohnungen im Reich abgebaut, sondern auch nachhaltig Arbeitsplätze im Baugewerbe geschaffen werden. Gleichzeitig würde dadurch auch die zuliefernde Industrie gestärkt, Baustoffe Holz, Steine, Beton Stahl. In diesem Zusammenhang finden sich Hinweise zur Beratung durch den Architekten Dr. Martin Wagner und die sozialen Bauhütten. Hilferding erhoffte sich durch diese Maßnahmen eine umfassende Erholung der deutschen Wirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umgesetzt wurden diese Ideen nicht mehr von Rudolf Hilferding selbst. Am 4. Oktober wurde er gestürzt. Die Vossische Zeitung sprach von einen „kalten Kapp-Putsch“. Stresemann baute sein Kabinett um. Hilferdings Nachfolger wurde der parteilose Hans Luther. Für Hilferding war dies politisch und persönlich eine Niederlage oder auch ein Glück: Er wurde damals nicht ermordet. Für die Sache war es wahrscheinlich ein Glück. Hans Luther konnte alle Vorhaben umsetzen. Reichspräsident Friedrich Ebert zeichnete sie ab:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verordnung über die Errichtung der Deutschen Rentenbank wurde am 15. Oktober 1923 erlassen. Die Bank gab erste neue Banknoten mit dem Datum 1. November um den 20.11.1923 heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die 3. Steuer-Notverordnung vom 14.2.1924 enthielt die Gebäudeentschuldungs- und die Obligationssteuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau einen Monat später gründeten Martin Wagner und August Ellinger am 13.03.1923 die DeWoG zum reichsweiten Wohnungsbau. Am 14.April 1924 wurde im Bundeshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) die Gemeinnützige Heimstätten AG (GEHAG) gegründet. Die GEHAG fand schon bald internationale Anerkennung: Die Großsiedlung Britz (Hufeisensiedlung) und die Wohnstadt Carl Legien gehören heute zum Weltkulturerbe. Die Waldsiedlung Zehlendorf (Onkel Toms Hütte) soll in diesem Jahr nachnominiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rudolf Hilferding hat damals den Anstoß zur Finanzierung dieser klassischen Moderne in Deutschland gegeben, die wir als „Neues Bauen“ bezeichnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das August-Bebel-Institut und der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin Brandenburg werden Rudolf Hilferdings gedenken und das 100ste Gründungsjubiläum der GEHAG mit allen noch existierenden Gründungsaktionären, den Gewerkschaften DGB, Verdi, IG Bau, den Baugenossenschaften Ideal, 1892, Freie Scholle Tegel, Paradies, Wohnungsbauverein Neukölln, der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK, sowie der Konsumgenossenschaft Berlin und Umland etc. im nächsten Jahr 2024 mit Tagung und Buchpublikation würdigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Autor: Steffen Adam<br>Mitglied im Vorstand des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin-Brandenburg<br>Architekt und Bauhistoriker<br>Schwerpunk Sanierung und Instandsetzungen von Verkehrs- Gewerbe und Wohnbauten im Bestand, Vermittlung von Baudenkmalen und denkmalwerter Substanz, ehemals Lehrtätigkeit im Fach Geschichte des Bauingenieurwesens.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/2023_07_28_Rudolf-Hilferding.pdf">Download PDF</a></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="540" height="800" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-06069_Rudolf_Hilferding_mit_Gattin.jpg" alt="" class="wp-image-11097" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-06069_Rudolf_Hilferding_mit_Gattin.jpg 540w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-06069_Rudolf_Hilferding_mit_Gattin-203x300.jpg 203w" sizes="auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rudolf Hilferding mit Gattin</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="533" height="796" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-00144_Rudolf_Hilferding.jpg" alt="" class="wp-image-11096" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-00144_Rudolf_Hilferding.jpg 533w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/Bundesarchiv_Bild_102-00144_Rudolf_Hilferding-201x300.jpg 201w" sizes="auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum Regierungswechsel in Deutschland. Der neue Reichsfinanzminister Helferding, sozialdemokratische Partei.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="615" height="409" src="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/1923_Hilferding.jpg" alt="" class="wp-image-11095" srcset="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/1923_Hilferding.jpg 615w, https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/08/1923_Hilferding-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px" /><figcaption class="wp-element-caption">Rudolf Hilferding 1923</figcaption></figure>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de/die-finanzierung-der-wohnungsfrage-und-das-neue-bauen-vor-100-jahren-wurde-rudolf-hilferding-finanzminister-der-weimarer-republik/">Die Finanzierung der Wohnungsfrage und das Neue Bauen – vor 100 Jahren wurde Rudolf Hilferding Finanzminister der Weimarer Republik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.aiv-berlin-brandenburg.de">Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.</a>.</p>
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