15. April: Die Jubiläen des AIV in den Jahren 1874, 1899, 1924, 1974 und 1999, Dr. Benedikt Goebel, AIV 19:00 Uhr

1849 (und 1949) war anscheinend niemand nach Feiern zumute. Aber warum wurde die Erstauflage des
Standardwerks „Berlin und seine Bauten“ nicht zum 50. Geburtstag 1874, sondern erst im Jahr 1877 fertig? Warum erschien zum Jubiläum 1899 nur ein kleiner Presseartikel? Warum wurde der 100. Geburtstag in Alongeperücken im Schloss Charlottenburg und als Defilee vor den Hohenzollern-Königen in Potsdam gefeiert? Warum waren die Jubiläen 1974 und 1999 ausgesprochen gegenwartsverhaftet? Es stellen sich viele Fragen, die gravierendsten lauten sicher: Werden wir in diesem Jahr der Vereinsgeschichte auch nur in groben Umrissen gewahr? Werden wir der Bedeutung des Vereins in Ansätzen gerecht?

22. April: Vom Freundschaftsbund zur Gaugruppe Berlin im NS-Bund Deutscher Technik (NSBDT) Der AIV(B) im nationalsozialistischen Deutschland, Jörg Rudolph, AIV 19:00 Uhr

Ein kurzer Aufriss zur Organisationsgeschichte und den Vereinshäusern zwischen 1933 und 1945: Nach
dem Machtantritt der NSDAP ordnete sich der AIV(B) in die neugeschaffene Landschaft technischer Berufsverbände ein, entliess seine jüdischen Mitglieder und trat 1938 geschlossen in die Fachgruppe
Bauwesen des NSBDT über. Eine förmliche Liquidation des AIV(B), wie es vielen anderen Vereinen geschah, unterblieb – vermutlich aufgrund der Protektion durch Hermann Göring und Johannes Popitz. Unter seinen nationalsozialistisch ausgerichteten Vorständen wirkten die Mitglieder am Aufbau des NS-Reiches mit und partizpierten an der Enteigung jüdischer Mitbürger*innen. Die Alliierten verboten 1945 den NSBDT als Partei gliederung und zogen auch das Vermögen der Gaugruppe Berlin ein.

29. April: Konkurrenz belebt das Geschäft? Der AIV und seine Wettbewerbe, Dr. Hans-Dieter Nägelke, AIV 19:00 Uhr

Seit 1852 und bis heute schreibt der AIV den Schinkel-Wettbewerb aus. Schon vorher gab es monatliche Steggreife, die bis 1927 durchgeführt wurden, und selbst im Vereinsalltag wurde konkurriert: um Einladungs-;und Tischkarten, Plakate oder Buchgestaltungen. So führte der Verein beispielhaft vor,
was er im Großen mit Erfolg forderte: Eine solide Wettbewerbskultur im Bauwesen.

6. Mai: Herausforderungen heute, Tobias Nöfer, AIV 19:00 Uhr

Der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg ist heute einer der aktivsten Fachvereine
in der Metropolregion. Im Laufe seiner 200-jährigen Geschichte haben er und seine Mitglieder die
städtebauliche und architektonische Entwicklung der Metropole wesentlich mitgeprägt. Und wie die
Stadt selber hat er sich fortlaufend verändert und weiterentwickelt. Doch wo steht der AIV heute, wo die Baukultur immer unwichtiger zu werden scheint, als die übergroßen sozialen, klimatischen, finanziellen und sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Gesellschaft? Was tun wir als Verein, um immer wieder deutlich zu machen, welche Bedeutung eine qualitätvolle Stadtentwicklung für uns und die kommenden Generationen hat – und wie tun wir es am besten?

Tempi passati: 08. April: Historie der AIV Vorsitzenden, Dr. Peter Lemburg, AIV 19:00 Uhr

Der Vortrag zeichnet in großen Bögen die Wirkungsgeschichte von sechs maßgeblichen Vereinsvorsitzenden nach. Sie alle standen für klar definierte Abschnitte der Vereinsgeschichte: der Gründungsphase (Eduard Knoblauch), der „großen Zeit“ (James Hobrecht), der beginnenden Moderne (Joseph Stübben), der NS-Diktatur (Konrad Nonn / Arthur Reck) und dem West-Berliner Neubeginn nach 1948 (Joachim Darge).

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