150 Jahre Heinrich Tessenow: Stadtbad Mitte und Neue Wache, eine Fachexkursion mit Steffen Adam am Samstag, 25. April um 10:00 Uhr

„Das Harmonische ist nicht immer einfach – aber das Einfache ist immer harmonisch“ (Heinrich Tessenow: Handwerk und Kleinstadt. Cassirer, Berlin 1919, Seite 66)

Ein Bad für 300.000, für die breite Massen der Bevölkerung, mit Wannen- und Duschbädern, einem Sonnendeck, einem eindrucksvollen russisch-römischen Bad mit Glasmalereien von Max Pechstein und dem damals längsten Schwimmbecken Europas. Noch heute bezaubert die offenbar einzigartige Klarheit der Konzeption, der Anordnung, der Wegeführung. Dabei betonte Tessenow, er sei 1929 – 1930 lediglich für die Innengestaltung des Stadtbad Mitte – heute „James Simon“ beauftragt worden. Die Gesamtleitung hatte der Bezirksarchitekt Carlo Jelkmann, die für das „Volksbad Oranienburger Vorstadt“ ein beeindruckendes Zeugnis des Neuen Bauens entwickelte. Die Tragwerksplanung, insbesondere der unterschiedlichen Belastungen aus Wasserbecken, Hallentragwerken, oder Bäderbereichen im Morast des Berliner Urstromtals übernahm der Bauingenieur Rudolf Gleye.

Zu einem Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges veränderte Heinrich Tessenow die Neue Wache von Schinkel 1930-31und baute den ursprünglich eineinhalbgeschossigen Innenraum mit Binnenhof zu einer Gedenkhalle mit kreisrundem Oberlicht um. Bis 1945 diente die Neue Wache als “Ehrenmahl für die Gefallenen des Krieges”. Nach Kriegszerstörungen wurde die Gedächtnisstätte 1957-60 unter Heinz Mehlan als “Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus” wieder aufgebaut. Lothar Kwasnitza fügte 1969 aus Anlass des zwanzigsten Jahrestages der Gründung der DDR inen prismatisch strukturierten Glaskörper mit Ewiger Flamme im Zentrum des Raumes hinzu. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die Neue Wache am Volkstrauertag 1993 als “Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland” mit einer vergrößerten Replik der trauernden Mutterfigur von Käthe Kollwitz im rekonstruierten “monumental-leeren Innenraum” Tessenows eröffnet.

Dauer der Fachexkursion mit Fahrrad: 4 Stunden entsprechend 8 Unterrichtseinheiten á 45 min. §6 Abs 2 FortPrakV AK Bln. Für die Teilnahme gibt es beim AIV-BB 4 Fortbildungspunkte der AK.

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